Der große Wassergeist der Sauer
Die Sauer ist bei Echternach ein ruhiger Fluss. Sie bildet dort die Grenze zu Deutschland und sieht ungefährlich aus. Die Fischer von früher dachten darüber anders, und das lag nicht allein an der Strömung.
1 Tagsüber im Wald
Ein ungeheuer großer Wassergeist hat seinen Aufenthalt während des Tages im Spelzbusche bei Echternach. Dort sieht ihn niemand. Er bleibt zwischen den Bäumen, bis der Tag vorüber ist.
Erst bei einbrechender Nacht verlässt er den Wald und taucht in die Sauer.
2 Der Sprung
Diese Riesengestalt geht in langwallendem weißem Gewande. Sie ist von den Fischern gefürchtet, und zwar aus einem ganz praktischen Grunde. Wenn sie sich ins Wasser hinabstürzt, zertrümmert die Wucht dieses Falles die in der Nähe befindlichen leichten Kähne.
Es wird nicht erzählt, dass er jemanden hinabzieht, wie es der pépé Crochet in den Ardennen tut, oder dass er singt, um Fischer zu locken. Er tut den Menschen nichts. Er ist nur zu schwer für das Wasser, in das er springt.
3 Ein Geist mit einem Grund
Darin liegt der praktische Kern der Sage. Ein hölzerner Kahn, der nachts am Ufer liegt, kann von einer plötzlichen Welle gegen die Steine geschlagen werden oder volllaufen. Wer morgens sein Boot zerbrochen vorfindet, braucht eine Erklärung, und diese Erklärung kam aus dem Wald gegenüber.
So gehört dieser Geist zur selben Familie wie der deutsche Nix und der flämische Wassermann: Wesen, die es gibt, weil Wasser mit Menschen tut, was Menschen nicht vorhersehen können. Der große von Echternach ist der friedlichste der Gesellschaft. Er will nichts. Er ist nur groß, und er springt.
Vie FelineKattengedrag en vachtverzorging
Heimweer.be — Europees Erfgoed Bewaard


