Die Wichtelcher des Merschertals
Im Merscherthale sind die Wichtlein besonders zahlreich gewesen. In Mersch selbst zeigt man verschiedene ihrer Wohnungen, so auf der Höhe bei Angelsberg. Die bekanntesten sind die bei Schönfels und Reckingen.
1 Die Gänge im Berg
Am Fuße eines Felsens bei Schönfels, genannt op Wichtelcheslö, befindet sich der ziemlich enge, nun verschüttete Eingang zur Wichtelcheswohnung. Sie zieht sich tief in den Berg hinein, bildet ein Labyrinth von Gängen und soll auf der anderen Seite des Berges bei Reckingen münden.
Hier bei Reckingen erhebt sich der sogenannte Wichtelchesfels mit dem Wichtelchesloch, durch welches man in einen hohlen Gang gelangt. Mancher verwegene Bursche hat denselben schon auf eine weite Strecke verfolgt, ohne dessen Ende zu erreichen. Einst war einer, mit zwei Pfund Talglichtern versehen, hineingedrungen, aber es erging ihm wie den anderen.
Im Tale hatten die Erdmännchen einen Brunnen gegraben, den Wichtelchespötz, so tief, dass niemand wusste wie tief. Drei Tage lang hatten vorzeiten die umliegenden Gemeinden Steine hineinfahren lassen, ohne ihn füllen zu können.
2 Wie sie aussahen
Der Ort heißt im Hals, eine enge Talschlucht, und dort soll vorzeiten ein Dorf gestanden haben. Alte Leute haben daselbst noch Steinhaufen und Grabmäler gesehen.
Alte Weiber behaupteten, die Wichtlein noch aus dem Wichtelchesfelsen herunterkommen gesehen zu haben. Sie seien ein bis anderthalb Fuß hoch gewesen und hätten an Querstangen, die sie über den Schultern trugen, Eimer gehabt. Damit seien sie zur Eisch gegangen, um Wasser zu holen. Niemandem hätten sie etwas zuleide getan.
3 Brave und Böse
Da man ihnen nachspürte, kamen sie nur mehr während der Nacht aus ihrer Behausung hervor, um braven, frommen und ordnungsliebenden Leuten an ihrer Arbeit zu helfen. Den Bösen aber fügten sie Schaden zu, wo sie nur konnten, und nahmen deren Korn auf dem Felde.
Diese Wichtlein, sagen die Leute, waren schlau, geschickt, arbeitsam und gefällig gegen gute Menschen. Sie flohen die menschlichen Wohnungen und lebten gesellig untereinander.
Das ist ein merkwürdiges Bild. Kein Spuk und keine Strafe, sondern ein zweites Volk, das neben dem ersten lebte, sein eigenes Wasser holte, urteilte, wem es half und wen es bestahl, und sich zurückzog, sobald man es zu beobachten begann.
Vie FelineKattengedrag en vachtverzorging
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