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Kampen, Overijssel

Die Kampener tragen das Licht in Körben

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Über die Bürger von Kampen gehen seit Jahrhunderten die Kampener Streiche um, Spottgeschichten über ihre Einfalt. Die bekannteste erzählt, wie sie ein prächtiges neues Rathaus bauten, aber etwas ganz Einfaches vergaßen und das dann auf die verrückteste Weise gutzumachen versuchten.

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1 Das Rathaus ohne Fenster

Die Kampener, so geht die Geschichte, wollten ein Rathaus bauen, so schön und so fest wie kein anderes, mit dicken Mauern, die Jahrhunderte trotzen würden. Sie mauerten und bauten, und als es fertig war, waren sie stolz auf ihr Werk. Doch als sie hineingingen, um zu tagen, standen sie in völliger Dunkelheit: in all ihrem Eifer hatten sie vergessen, auch nur ein einziges Fenster zu machen. Das Haus war blind, und drinnen sah man die Hand vor Augen nicht.

2 Das Licht in den Körben

Nun musste die Sonne hinein, dachten die weisen Männer von Kampen, und sie ersannen einen Plan. Sie nahmen Körbe, hielten sie draußen in die volle Sonne, bis sie, wie sie meinten, gut voll Licht waren, und trugen sie dann eilig in das dunkle Rathaus, um sie dort auszuschütteln. Doch wie sie auch liefen und schüttelten, es blieb ebenso dunkel. Immer wieder rannten sie mit ihren Körben in die Sonne und aus dem Haus, bis ein Fremder vorbeikam und lachend sagte, man breche besser ein Fenster. So wurde Kampen zum Gespött des ganzen Landes, um ein Rathaus ohne Fenster und um Männer, die das Sonnenlicht tragen wollten wie Wasser im Eimer.

Quelle: Overijsseler Überlieferung der Kampener Streiche; die Spottgeschichte vom Rathaus ohne Fenster und dem Licht in Körben.
Wusstest du? Die Kampener Streiche sind eine Reihe von Spottgeschichten über die vermeintliche Torheit der Einwohner von Kampen. Die Geschichte vom Licht, das man in Körben hineintragen wollte, ist eine der bekanntesten.
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