Mariken von Nimwegen
Das Mirakelspiel von Mariken von Nimwegen, gedruckt um 1515 in Antwerpen, erzählt die Geschichte einer Nichte aus Venlo, die ihren Onkel in Nimwegen besuchte und auf dem Rückweg, in Verzweiflung nach einer Demütigung durch ihre Tante, einen Bund mit dem Teufel Emmeken — auch Moenen genannt — schloss. Sieben Jahre lebten sie in Antwerpen. An einem Markttag in Nimwegen wurde sie geheilt.
1 Die Demütigung
Mariken kam aus Venlo nach Nimwegen, um für ihren Onkel Gysbrecht Einkäufe zu machen. Es war 1480; sie war achtzehn. Als sie nicht vor Abend zurück konnte, bat sie die Tante um Quartier. Die Tante — bitter, betrunken, alt — weigerte sich, schimpfte und schloss die Tür. Mariken setzte sich unter eine Hecke am Geldernschen Tor. Sie weinte eine Stunde. Dann sagte sie laut: «Es ist mir gleich, wer mir hilft — Gott oder Teufel.»
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