Der Untergang von Westerschouwen
Westerschouwen war bis 1530 eine wohlhabende Hafenstadt auf der Westinsel Schouwen, mit Fischern, Kaufleuten und sechs Kirchen. Ein Bettler sagte 1529 den Untergang voraus. Die Stadt lachte. Im Sturm vom November 1530 wurde Westerschouwen von Sand und Meer verschlungen. Am 18. November 1953 fand ein Bagger bei Burgh-Haamstede die ersten Reste.
1 Der Bettler
Oktober 1529 erschien auf dem Markt ein Bettler — mager, barfuss, einfäugig, mit schwarzem Hund. Er bat um Fisch, nicht Geld. Die Kapitänsfrau Trijntje van Borsele wies ab: «An Bettler geben wir keinen Fisch. Fisch ist für den, der arbeitet.» Der Bettler: «Frau, gib den Fisch oder die ganze Stadt geht unter. Nicht für deine Sünde allein, für die Härte, die sie sich vereinbart hat.» Trijntje lachte. Der Bettler ging mit dem Hund zur Düne, drehte sich, sprach: «Vor dem Winter seid ihr fort. Mein Name ist Niemand.» Er verschwand. Niemand hat ihn wiedergesehen. Die Stadt lachte eine Woche, vergass einen Monat, erinnerte sich nach November 1530.
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