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Zutphen, Gelderland

Die vergängliche Linde

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Am Zutphener Markt steht seit unbestimmter Zeit eine Linde. Zwischen 1380 und 2010 ist sie viermal verschwunden und wiedererschienen. Stets eine Abwesenheit von hundert Jahren, auf den Tag genau.

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1 Die vier Verschwinden

Die Chronik nennt vier Verschwinden: 1380, 1480, 1580, 1680. Stets war der Baum an einem Septembertag fort. Stets erschien eine «neue» Linde an einem Septembertag genau hundert Jahre später. Seit 1780 steht sie ohne Unterbrechung — bis jetzt (2026). Nach dem Zyklus wäre das nächste Verschwinden um 2080.

2 Was die Linde bedeutet

Tradition: die Linde ist ein Zeitmarker. Sie steht bis ein Jahrhundert kommt, in dem die Stadt etwas Schweres tragen muss. Am Tag des Verschwindens beginnt die Last; am Tag der Rückkehr endet sie. Vier Abwesenheits-Jahrhunderte: 1380-1480 (burgundischer Krieg, Pest); 1480-1580 (Spanier, Reformation); 1580-1680 (Achtzigjähriger Krieg); 1680-1780 (Unglücksjahre). Die heutige (1780-?) ist die längste dokumentierte. Zutphener wissen nicht, ob das gute Nachricht ist.

Quelle: Zutphener Stadtarchiv; Volkstradition; Sinninghe.
Wusstest du? Am Markt steht seit offiziell 1948 eine Linde. Der Chronist Hendrik van Stins notierte 1448 eine Linde, «die 1380 nicht da war und seither ist».
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