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Riemst, Limburg

Die Versunkene Glocke von Membruggen

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Im limburgischen Dorf Membruggen, zwischen den vielen Brücken, die ihm seinen Namen gaben, lebt eine Legende fort. Sie handelt von einer Glocke, die an Weihnachtsnacht aus einer Quelle ertönt, von einem verschwundenen Tempel und von zwei Männern, die in der Finsternis verschwanden.

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1 Die Quelle Grondeleer

In der Rekkerbroek, jenem sumpfigen Gebiet der limburgischen Landschaft, entspringt eine Quelle, die die Dorfbewohner Grondeleer nannten. Dies war keine gewöhnliche Wasserstelle — der Legende nach besaß sie Kräfte, die über bloßes Wasser hinausgingen.

Die alten Einwohner von Membruggen kannten viele Geschichten über diese Quelle. Manche sagten, das Wasser sei heilsam für kranke Kinder. Andere flüsterten von ihrer dunklen Seite, von Geräuschen, die nachts aus dem Wasser aufstiegen.

Aber was in der ganzen Region bekannt war, was in jeder Kneipe erzählt wurde und um jedes Feuer gefluistert wurde, war dies: In der Weihnachtsnacht, in dem Moment, in dem die Glocken in den Kirchen Limburgs Mitternacht schlägen, würde eine Glocke läuten — eine, die nicht von einem Kirchengebilde stammte. Sie klang aus der Rekkerbroek selbst. Und wer diese Glocke hörte, lief in große Gefahr.

2 Die Nacht des Verschwindens

Es war in einem Jahr, dessen Datum nur noch in vergilbten Chroniken festgehalten ist, dass zwei Männer aus Membruggen — beide von gutem Ruf und guter Familie — einen unverständigen Entschluss fassten. Es war Heiligabend. Der Schnee lag noch frisch auf den Dächern, und der Winterwind schnitt durch das Dorf wie ein Messer.

Die beiden Männer — ihre Namen sind durch die Zeit wie ausgelöscht — hatten viel starken Likör mit Freunden und Familie zu sich genommen. Und unter dem Einfluss des Alkohols, vielleicht auch aus Unglauben oder reiner Dummheit, sagten sie zueinander: ’Wir werden zur Grondeleer gehen. Wir werden diese Fabelglocke hören. Wir werden mit unseren eigenen Augen sehen, dass all diese Geschichten nur Märchen sind.’

Als es Mitternacht schlüg, zogen sie ihre Mäntel an und machten sich auf in die dunkle Nacht. Und in dieser Nacht läutete die Glocke — tief und fordernd. Und die beiden Männer kehrten niemals zurück.

3 Die Verlorene Vergangenheit

Am nächsten Morgen, als die Familien merkten, was geschehen war, zogen Suchgruppen in die Rekkerbroek aus. Sie suchten an den Ufern der Quelle, im dunklen Wasser, in den Moorländern, die sich wie ein grünes Labyrinth ausbreiteten. Aber sie fanden nichts. Keine Körper. Kein Zeichen von Leben.

Es war, als hätte die Erde sie verschlungen, als hätte die Grondeleer sie zu sich genommen und alle Spuren ihrer Existenz ausgelöscht. Die Familien trauerten in Stille. Die Geschichten verbreiteten sich — flüsternd von Mund zu Mund. ’Sie gingen zur Quelle in der Heiligen Nacht.’ ’Sie hörten die Glocke.’ ’Sie kehrten nicht zurück.’

Jahre verstrichen. Jahrzehnte. Jahrhunderte. Noch immer wagte niemand, in der Weihnachtsnacht zur Grondeleer zu gehen. Noch immer wurde die Warnung weitergefluistert: Wer zu dieser Stunde diesen Ort betrat, wartete Verderben.

4 Mem und der Heidentempel

Wer verstehen wollte, warum solch dunkles Schicksal die Rekkerbroek heimsuchte, musste in der Zeit zurückgehen — viel weiter zurück als Kirchen und Glocken existierten. Denn bevor das Christentum seine Füße nach Limburg setzte, stand dort etwas anderes.

Auf der Stelle, wo heute der Kirchturm von Membruggen zum Himmel ragt, stand einst ein heidentempel. Und in diesem Tempel wurde ein Idol verehrt — ein dunkler Gott oder Geist, dessen Name Mem war. Die Dorfbewohner brachten ihm Opfer dar. Und die Quelle Grondeleer war das Herz dieser Verehrung.

Membruggen erhielt seinen Namen von zwei Dingen: von Mem, dem heidnischen Idol, das in der fernen Vergangenheit verehrt wurde, und von Brücken — den vielen Brücken, die Dorfbewohner über die heiligen Gewässer der Grondeleer bauten. Die Glocke, die in der Heiligen Nacht läutet — so flüstert man — ist nicht christlichen Ursprungs. Sie ist die Glocke der heidnischen Vergangenheit, versenkt in tiefem Wasser, noch immer klinkend, noch immer rufend nach der Welt der Lebenden.

Quelle: VVB Verhalenbank ID 424, mündlich überliefert
Wusstest du? Der Name Membruggen soll vom heidnischen Idol „Mem“ und dem Wort „Brücken“ stammen.
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