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Doornik, Henegouwen

Die Meister-Teppichweber von Tournai

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In den Werkstätten von Tournai saßen Männer und Frauen über ihre Webstühle gebeugt. Ihre Hände bewegten sich wie die von Musikern, und aus Wolle und Seide entstanden Bilder, die Könige verzauberten.

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1 Die Werkstätten an der Schelde

An den Ufern der Schelde in Tournai standen Werkstätten, in denen Hunderte von Webern Tag für Tag an ihren Webstühlen saßen. Die Wolle kam aus England, die Seide aus Italien, und die Farbstoffe aus dem fernen Osten. In diesen Werkstätten entstanden Wandteppiche, die die schönsten Geschichten in Faden und Farbe erzählten.

2 Kunst für Könige

Die Wandteppiche von Tournai wurden von den Mächtigsten Europas bestellt. Die Herzöge von Burgund, die Könige von Frankreich und der Papst in Rom ließen ihre Paläste mit Tournai-Teppichen schmücken. Jeder Teppich dauerte Monate, manchmal Jahre. Die Weber arbeiteten nach Entwürfen der besten Maler und übersetzten ihre Bilder in Tausende von Fäden.

3 Ein vergessener Ruhm

Nach den Religionskriegen des 16. Jahrhunderts verlor Tournai langsam seine Stellung als Teppichzentrum. Viele Weber flohen in den Norden oder nach England. Aber die Teppiche, die sie schufen, hängen noch immer in Museen und Schlössern auf der ganzen Welt. Das Museum für Teppichkunst in Tournai bewahrt die Erinnerung an diese vergessene Meisterschaft.

Quelle: Die Teppichkunst von Tournai erreichte ihren Höhepunkt im 15. und 16. Jahrhundert. Die Weber von Tournai lieferten Wandteppiche an Königshöfe in ganz Europa. Ihre Arbeit war so begehrt, dass sie mit Gold bezahlt wurde.
Wusstest du? Tournai war im 15. Jahrhundert das wichtigste Zentrum fuer Teppichkunst in Europa, noch vor Bruessel und Arras. Die Kathedrale Notre-Dame von Tournai gehoert zum UNESCO-Welterbe.
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