Pan Twardowski, der polnische Faust
Im alten Krakau lebte ein Edelmann und Zauberer, Pan Twardowski. Man sagte, er wisse mehr, als ein Mensch wissen dürfe, und habe dafür einen Preis gezahlt, den kein anderer zu zahlen wagte.
1 Der Pakt
Twardowski wollte alles Wissen der Welt besitzen. Er beschwor den Teufel und schloss einen Pakt: Der Böse sollte ihm Macht und geheime Wissenschaft geben und erst als Gegenleistung seine Seele fordern. Doch der Zauberer war schlau und fügte eine Bedingung hinzu.
Der Teufel durfte seine Seele nur in der Stadt Rom holen, nirgendwo sonst. Der Böse unterschrieb, denn er dachte, Twardowski werde eines Tages nach Rom reisen. Jahrelang genoss der Zauberer seine Gaben und half armen Menschen, während er Rom sorgfältig mied.
2 Das Wirtshaus mit dem falschen Namen
Der Teufel wartete, vom Pakt gezwungen, doch nicht ewig geduldig. Eines Tages lockte er Twardowski in ein abgelegenes Dorfwirtshaus. Über der Tür hing ein Schild mit einem Namen, den der Zauberer zu spät las: Rzym, das polnische Wort für Rom.
Der Böse erschien und packte ihn. Twardowski war in die Falle gegangen, denn der Buchstabe des Paktes war erfüllt. Er wurde emporgerissen, fort von der Erde, dem Reich des Teufels entgegen.
3 Die Flucht zum Mond
In seiner Verzweiflung begann Twardowski ein altes Kirchenlied zu singen, einen Gesang an die Gottesmutter, den er als Kind gelernt hatte. Die frommen Worte hatten Macht. Der Teufel konnte ihn nicht mehr halten und ließ ihn los, doch das geschah hoch in der Luft.
Twardowski fiel nicht hinab, sondern blieb hängen und landete auf dem Mond, fern von Rom und fern von der Hölle. Dort sitzt er noch, sagen die Leute, allein mit seiner Spinne, und in klaren Nächten blickt er sehnsüchtig auf Krakau herab.
Vie FelineKattengedrag en vachtverzorging
Heimweer.be — Europees Erfgoed Bewaard


