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Riemst, Limburg

Der Hexenflug nach Aachen

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In Mopertingen, in der Nähe von Riemst, geschah etwas Unvergeibliches. Ein Mann vermutete, dass seine Frau und Tochter abends geheime Ausflugs unternahmen. Was er entdeckte, änderte alles.

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1 Das Geheimnis der Nächte

Ein Mann aus Mopertingen hatte sich schon lange gefragt, wo seine Frau und Tochter abends hingingen. Sie sagten, dass sie die Nachbarn besuchten, aber sie kehrten immer sehr spät zurück, und ihre Kleider waren schmutzig und zerrissen. Der Mann wurde misstrauisch. Eines Abends tat er so, als sei er nach dem Essen viel Bier getrunk und ließ sich wie ein Stein gegen den Tisch fallen. Er spähte vorsichtig durch seine Wimpern.

2 Die Hexensalbe und der Flug

Als seine Frau in die Küche kam, wirkte sie nervös. Sie hielt zwei gekochte Eier in der Hand – noch warm. Ohne Warnung legte sie beide in die warme Hand ihres Mannes. Die Hitze war sengend, aber der Mann blieb reglos. «Gut, er schläft wirklich,» murmelte sie. Daraufhin holte sie ein kleines Dosen aus ihrer Tasche und schmierte sich und ihre Tochter mit einer dicken, ränzigen Salbe ein. «Über Zäune und Zäune, bis in den Weinkeller von Aachen,» flüsterten sie und puff – in einer Rauchwolle verschwanden sie. Der Mann sprung auf, schnappte sich das gleiche Dosen und schmierte sich hastig ein. Mit denselben Worten sprach er den Zauberspruch aus und fühlte, wie sich sein Körper erhob.

3 Die Enhmaskierung in Aachen

Kurz darauf befand sich der Mann in einem dunklen Weinkeller unter dem Schloss von Aachen. Dort saßen Hexen aus dem ganzen Land, die um eine Trommel und Geige tanzten und feierten. Als seine Frau und Tochter ihn sahen, stießen sie Schreie des Entsetzens aus. Der Mann war durch die Flugreisen schwer verletzt worden – sein Körper war zerschunden und zerrissen, sein Hemd war in Fetzen. «Ein Mann! Ein Mann in unserem Hexennest!» schrie die Menge. In ihrer Panik ließen seine Frau und Tochter ihre Trommel und Geige fallen und flohen nach Hause. Der Mann ging Fuß für Fuß den langen Weg von Aachen nach Mopertingen zurück. Er würde nie mehr mit Hexen fliegen.

Quelle: Ein Mann fand es seltsam, dass seine Frau und seine Tochter abends immer weg waren. Eines Tages tat der Mann so, als sei er betrunken am Tisch eingeschlafen. Als die Frau hereinkam, wollte sie sichergehen, dass ihr Mann wirklich schlief. Deshalb legte sie zwei heiß gekochte Eier in seine Hand. Da der Mann die Eier hielt, schmier­ten die Frauen sich mit Hexensalbe ein. Dann sagten sie: «Über Zäune und Zäune bis in den Weinkeller von Aachen». Sobald Mutter und Tochter verschwunden waren, schmierte sich der Mann auch mit Hexensalbe ein und sagte: «Durch Zäune und Zäune bis in den Weinkeller von Aachen». Als der Mann in Aachen ankam, war er schwer verwundet und sein Hemd war zerrissen. Seine Frau und Tochter waren so erschrocken, dass sie ihre Hexentrommel und Geige fallen ließen. Der Mann ging zu Fuß nach Hause.
Wusstest du? Hexensalbe war nach Volksglauben ein Zaubersalz, das Flug ermöglichte. Die Weinkeller von Aachen waren legendäre Treffpunkte für Hexen.
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