Die verwünschte Prinzessin im Müllerthal
Das Müllerthal ist eine Landschaft aus Sandstein. Felsen stehen dort wie Mauern und Türme zwischen den Bäumen, mit Spalten so schmal, dass ein Mensch hindurchpasst und nicht viel mehr. In einem dieser Felsen saß der Überlieferung nach eine Frau eingeschlossen.
1 Der Felsen
Einst war eine wunderschöne, reiche Fürstentochter in einen großen Felsen des Müllerthales verwünscht worden. Sie musste ganz abgeschlossen und einsam darin wohnen. Sie konnte niemand sehen, noch von irgend jemand gesehen werden.
An einem Tag im Jahr war das anders. Dann erschien sie in weißem Gewande. Sie hatte eine Schlange im Munde, und die Schlange trug im Maule einen goldenen Ring.
2 Die Bedingung
Die Bedingung der Erlösung war so einfach wie abschreckend. Wer sie befreien wollte, musste den Ring mit dem eigenen Munde aus dem Maul der Schlange nehmen. Nicht mit der Hand, nicht mit einem Tuch, nicht mit einer Zange. Mit dem Munde.
Ein Ritter hörte davon und hätte gar gern die Jungfrau erlöst. Er kam, er sah sie stehen, er beugte sich zur Schlange.
3 Siebenmal schlimmer
Und eben als er den Ring mit seinem Munde herausziehen sollte, schauderte ihm vor der Schlange. Der Mut entsank ihm und er konnte sein Vorhaben nicht ausführen.
Damit war es nicht geblieben, wie es war. Es wurde schlimmer. Nun erschien die Jungfrau nur noch alle sieben Jahre einmal, und sie war siebenmal mehr verwünscht als zuvor.
Das ist der harte Kern dieser Sage, und darin unterscheidet sie sich vom Märchen. Im Märchen bekommt der Held eine zweite Gelegenheit. Hier macht das Zurückschrecken die Sache nur aussichtsloser, und es ist die Frau im Felsen, die dafür zahlt, nicht der Ritter, der versagte.
Vie FelineKattengedrag en vachtverzorging
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