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Luxemburg, Luxemburg

Die Bütte mit Weihwasser

Tier 0+ - Publiek 3 min Teufelsgeschichte
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Dies ist ein Teufelspakt mit Adresse. Er beginnt auf dem Fischmarkt zu Luxemburg, der Reichtum kommt aus einer Fabrik, und die Abrechnung findet in der Nikolauskirche der Stadt statt. Der Retter ist ein Jesuit, der in der Gegend für seine Gewalt über die bösen Geister bekannt war. Die Summe, zwölftausend Franken, verrät, daß ein Erzähler des neunzehnten Jahrhunderts die Geschichte in sein eigenes Geld umgerechnet hat.

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1 Auf dem Fischmarkt

Der arme X. stand einst zu Luxemburg auf dem Fischmarkt und überdachte trauernd sein Schicksal. Sein Verlangen, ein reicher Mann zu werden, war so groß, daß er auf den Gedanken kam, den Teufel zu Hilfe zu rufen.

Kaum war das geschehen, so näherte sich ihm der Teufel als wohlhabender Bürger gekleidet. Nach etlichem Handeln und Feilschen einigte man sich dahin, daß der Teufel des X. Seele nach dreißig Jahren haben solle, unter der Bedingung, daß er diesem zwölftausend Franken gebe.

Der Akt wurde von X. mit seinem eigenen Blute unterschrieben. X. gründete nun eine große Fabrik und wurde ein reicher Mann.

2 Das dreißigste Jahr

Das dreißigste Jahr kam indessen heran, und dem X. wurde bange. Er wandte sich an den Jesuitenpater Fränzchen, berühmt durch seine Frömmigkeit und seine Gewalt über die bösen Geister.

Auf den Rat und die Belehrung des Paters bekehrte sich X., besuchte täglich die Nikolauskirche in der Stadt und betete fleißig.

Als der dreißigste Jahrestag herankam, schloß X. die Thüren seines Hauses und begab sich in die oben benannte Kirche.

Auf einem feurigen, mit vier feurigen Hunden bespannten Wagen kam der Teufel an des X. Haus gefahren, klopfte an und erhielt vom Pförtner die Antwort, X. sei nicht zu Hause. Wo ist er, fragte der Teufel. Ich weiß es nicht, antwortete der Pförtner und schloß die Thüre.

3 Dreimal bei den Haaren

Hierauf kreiste der Teufel noch dreimal mit seinem Wagen um das Haus, fuhr dann über das Glacis nach der Nikolauskirche und dann dreimal um diese herum, klopfte an, ward aber nicht eingelassen.

Dann fuhr er zum Schlüsselloch hinein auf X. zu, den Pater Fränzchen in eine Bütte mit Weihwasser gesetzt hatte, ergriff X. bei den Haaren und zog ihn so weit aus dem Wasser, daß er das Weihwasser nur mehr mit der kleinen Zehe berührte, mußte ihn aber wieder fahren lassen, da er zu schwer war.

Die Kirche zitterte, die Geistlichen, mit Ausnahme des Paters Fränzchen, stürzten zu Boden. Aufs neue fuhr der Teufel dreimal um die Kirche, dann um den Altar, ergriff wiederum X. bei den Haaren, konnte ihn aber nur mehr bis an den Unterleib herausheben. Dasselbe wiederholt er zum drittenmale, und der Teufel kann den X. nun gar nicht mehr ausheben.

Voll Wut taucht er denselben noch einmal ganz unter das Wasser, jagt noch dreimal um die Kirche, verbrennt die Verschreibungsurkunde und fährt für immer dahin.

X. war erlöst, und weil ihm Pater Fränzchen geholfen hatte, seinen Bund mit dem Teufel zu brechen, so beschenkte er diesen und das ganze Kloster reichlich. X. blieb fromm und gottesfürchtig, und seine Nachkommen sind noch heute reich und glücklich.

Quelle: Nikolaus Gredt, Sagenschatz des Luxemburger Landes (1883), Nr. 140, « Wie der arme X. sich dem Teufel verschworen », mitgeteilt von J. B. Klein, Pfarrer zu Dalheim
Wusstest du? Man achte auf die Genauigkeit des teuflischen Rhythmus: dreimal um das Haus, dreimal um die Kirche, dreimal um den Altar, und drei Versuche, den Mann aus dem Wasser zu ziehen, jeder weniger erfolgreich als der vorige. Dieser Dreischlag ist keine Verzierung, sondern der Motor der Geschichte. Und der Schluß ist ungewöhnlich milde: X. bleibt reich, beschenkt das Kloster, und seine Nachkommen sind nach dem Erzähler noch heute reich und glücklich. Wer diese Familie war, sagt die Sage nicht, und darum heißt der Mann nur X.
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